Glutenfrei, Snacks, Vegan

Quinoa-Sommerrollen

2. April 2016

Reispapierrollen im Vietnam-Style sind knackig frisch, bunt und lecker und stehen oft auf unserem Tisch. Sie sind auch eins von Emilys Lieblingsessen – denn erstens ist Salat zum Abbeißen spannender als Salat zum Aufgabeln und zweitens macht es Spaß sie zu rollen. Sie rollt sie mittlerweile sogar präziser als ich und ist auch sehr stolz darauf. Ich muss mir in Zukunft wohl wieder mehr Mühe geben. Aber Reispapier schmeckt auch mit anderen Füllungen köstlich.

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Die Idee für diese hier stammt von der kreativen Filiz Penzkofer, deren Buch „Cook Mal Türkisch“ eins meiner absoluten Küchenlieblinge ist. So bunt, so multi-kulti, so lecker – einfach genau mein Ding. Ich habe ihre Sommerrollen auf „türkische Art“ als Inspiration genommen und meine eigene Version kreiert. Sozusagen – in diesem Fall – ein Linsen-Quinoa-Salat zum Abbeißen.

Die Röllchen machen sehr satt und reichen daher für viele. Ihr könnt in etwa 4 – 6 Rollen pro Person rechnen, je nachdem wie groß der Hunger ist. Ich mache sie gern als Hauptgericht, z. B. mit einer Asia-Suppe dazu. Dann mache ich für uns zwei bis drei Esser etwa 12 Stück. Manchmal sind sie aber auch nur Vorspeise oder stehen mit anderen Gerichten auf dem Tisch. Dann reichen sie natürlich für deutlich mehr Leute. Ich schreibe euch die Mengen für etwa 20 Rollen – also vier Personen – auf.

Rollt einfach so viele wie ihr braucht. Übrige Quinoa-Füllung ergibt einen prima Salat für die morgige Mittagspause. Falls Paprika oder Gurke übrig ist, könnt ihr sie würfeln und mit in die Füllung geben. Dann ab in ein Glas mit dem Salat (bzw. ein „Mason Jar“) und in den Kühlschrank. Er schmeckt übrigens sehr lecker, wenn ihr noch eine kleine, fein gewürfelte Dattel untermischt. 

Quinoa-Sommerrollen

Für etwa 20 Rollen braucht ihr:
  • 3/4 Tasse (ich verwende einen Kaffeebecher mit ca. 220 ml Inhalt) weiße oder bunte Quinoa
  • 2 Tassen (dieselbe Größe) Gemüsebrühe
  • 1/2 Tassen (dieselbe Größe) rote Linsen
  • 1/2 Salatgurke
  • 1/2 kleine rote Zwiebel (optional) oder eine Lauchzwiebel
  • 3 getrocknete Tomaten in Öl
  • 1 große Handvoll glatte Petersilie, ca. 3 – 4 EL gehackte Blätter
  • 1 kleine Handvoll frische Minze, ca. 2 EL gehackte Blätter
  • 1 Karotte
  • 2 TL Zitronensaft
  • 1 TL abgeriebene Zitronenschale
  • 2 TL Olivenöl
  • 1 Paprika, am liebsten rot, gelb oder orange
  • Meersalz & frisch gemahlener Pfeffer
  • 1 TL Ras el Hanout, alternativ eine andere arabische Gewürzmischung
  • 1 TL Granatapfelsirup – aus dem türkischen oder arabischen Supermarkt (optional)
  • 1/2 TL Harissa
  • 20 große Reispapierblätter aus dem Asia-Laden oder dem Asia-Regal eures Supermarktes
Und so wird’s gemacht:
  1. Die Linsen in einem Sieb abspülen und in etwa der doppelten Menge Wasser aufkochen. Ca. 10 Minuten bei mittlerer bis kleiner Hitze köcheln lassen. Sie sollen weich sein, aber nicht zu sehr zerfallen. Abgießen und mit einem Spritzer Zitrone, sowie Salz und Pfeffer würzen. Beiseite stellen und abkühlen lassen.
  2. Während die Linsen kochen die Quinoa in einem Sieb abspülen und dann in einen Topf mit der doppelten Menge heißer Gemüsebrühe geben. Aufkochen, herunterschalten und bei mittlerer – kleiner Hitze ca. 12 Minuten köcheln. Die Quinoa soll weich sein, aber nicht matschig werden. Abgießen – sofern nicht alle Brühe ohnehin verkocht ist und dann mit zwei Gabeln auflockern. Mit Zitronenschale, Olivenöl, Granatapfelsirup, sofern ihr ihn verwendet, Salz, Pfeffer, Harissa und Ras el Hanout mischen.
  3. Petersilie und Minze waschen, trocknen, von den Stielen befreien und fein schneiden.
  4. Die Zwiebel abziehen und ganz fein würfeln. Die Lauchzwiebel, wenn verwendet, in feine Ringe schneiden.
  5. Die Tomaten in Küchenpapier einwickeln und überschüssiges Öl leicht ausdrücken. Die Tomaten dann in feine Streifen schneiden. Das geht gut mit einer Schere.
  6. Die Karotte mit dem Sparschäler schälen und in ca. 6 cm lange Streifen, bzw. dünne Stifte, schneiden. Du brauchst so viele Streifen, wie Du Rollen machten möchtest. Dasselbe machst Du dann mit der Paprika.
  7. Die Gurke waschen und längs halbieren. Dann längs vierteln. Den Kernstrang nun einfach abschneiden. Die Gurke ebenfalls in Stifte schneiden.  
  8. Minze, Petersilie, Zwiebel und Tomate mit der Quinoa vermengen. Die Quinoa dann mit den Linsen mischen. Alles noch einmal gut abschmecken.
  9. Die Reispapierblätter gründlich mit lauwarmem Wasser anfeuchten. Dazu am besten einen große, flache Schale oder einen Teller mit warmem Wasser füllen und die Blätter ganz hineintauchen. Es ist wichtig, dass jede Stelle richtig nass wird. Ich bereite immer jeweils 3 Blätter auf einmal vor.
  10. Nun breitet ihr die nassen Blätter nebeneinander auf eurer sauberen Arbeitsplatte aus. Sie können nun nicht mehr bewegt werden, dann würden sie verkleben. Sobald sie ganz weich sind (das dauert etwa eine Minute), gebt ihr auf jedes Blatt jeweils 1 bis 2 EL der Quinoa-Mischung und formt sie ebenso länglich wie die Gemüsestäbchen. Auf keinen Fall zu viel Quinoa nehmen, hier ist weniger mehr. Sie fällt euch sonst später beim Abbeißen raus.
  11. Oben auf die Füllung legt ihr nun je einen der drei Gemüsestreifen.
  12. Jetzt schlagt ihr die Seiten über die Füllung und rollt das Blatt dann von unten her möglichst stramm mit der Füllung auf.
  13. Die fertigen Röllchen auf einen großen Teller oder eine Platte legen und mit einem feuchten Tuch abdecken, bis es Zeit zum Essen ist. Dann mit einem oder zwei Dips servieren. Eintauchen und abbeißen!

Auf den Bildern liegen die Gemüsestreifen unter der Füllung. Das geht natürlich auch, ihr müsst einfach schnell und stramm rollen, damit die Quinoa nicht herauspurzelt. Wie ihr auf den Bildern sehen könnt, variiere ich gern an den Röllchen herum. Manchmal hacke ich Gurke oder Paprika und gebe sie in die Füllung. Manchmal verwende ich Dill, statt Minze. Und manchmal toppe ich die Füllung mit Kräutern und Zwiebel, statt sie unterzumischen. Ihr könnt also ruhig kreativ sein. Wichtig ist, die Röllchen nicht zu überfüllen, sonst lassen sie sich nicht gut essen und beim Abbeißen kugelt alles heraus.

Wir mögen die Röllchen total gern mit einem säuerlich-süß-würzige Mix aus Sojajoghurt, Mango-Chutney und einem Spritzer Zitrone. Wer es zuckerfrei halten möchte, kann auch diese frische Variante des Mango-Joghurt-Dips rühren.

Ich liebe auch Tahini-Joghurt-Sauce dazu. Die mag ich ohnehin zu allem, ich könnte mich da reinlegen. Dazu verrührt ihr einen kleinen Becher Sojajoghurt pur mit einem EL hellem, cremigen Tahini, einer Prise Meersalz und schmeckt mit frischem Zitronensaft schön zitronig ab. Köstlich!

Filiz serviert zu ihren Rollen einen asiatischen Erdnuss-Dip, dem sie mit „Pul Biber“ und Granatapfelsirup einen türkischen Twist gibt. Dazu 100 ml Wasser erhitzen. Mit einem Schneebesen 3 EL Erdnussmus cremig unterrühren. Den Dip dann mit 2 TL Sojasauce, 2 TL Granatapfelsirup und 1 guten Prise „Pul Biber“ würzen. Diesen Dip seht ihr auch auf dem Bild ganz oben.

„Pul Biber“ sind getrocknete und zerstoßene Paprika (mild oder scharf). Aus der türkischen Küche  ist dieses aromatische Gewürz nicht wegzudenken. Meine türkische Nachbarin sagt es klipp und klar: „Ohne „Pul Biber“ keine türkische Küche“. Ihr bekommt es im türkischen oder arabischen Supermarkt, aber auch viele konventionelle Supermärkte führen es inzwischen.

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