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Tomatensalsa „Pico de Gallo“

21. März 2016

Vor gefühlt 100 Jahren bin ich mehrere Monate mit dem Rucksack durch Mexiko gereist. Dazu motiviert hat mich der Roman „Puerto Escondido“ von Pino Cacucci. In dieser Zeit habe ich die Bücher von Jack Kerouac, Philipe Dijan, T. C. Boyle und Andrea di Carlo verschlungen und, obwohl schon ganz zerlesen, weil oft Second Hand erstanden, habe ich sie wie Schätze behandelt (was ich immer noch tue). Und damals wie heute liebe ich Roadmovies.

Pico de Gallo - frische Tomatensalsa

Pico de Gallo – frische Tomatensalsa

Auf dem Flohmarkt fand ich „Puerto Escondido“ und wusste sofort: Das mag ich. Schon am ersten Abend konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen. Und in meinem Kopf setzte sich der Plan fest, durch Mexiko zu reisen. Von Norden nach Süden, Osten nach Westen und Süden nach Norden. Statt mit einem coolen Schlitten würden es Überlandbus und Bahn tun müssen, und ich würde mir vermutlich eher keine Verfolgungsjagden mit der Polizei liefern. Aber eins stand fest: Ich fahre nach Puerto Escondido.

Ich legte ein Jahr lang Geld beiseite, dann kündigte ich mein WG-Zimmer und machte mich mit knappem Budget und meinem damaligen Freund – der Roadmovies glücklicherweise genauso mochte wie ich – auf den Weg nach Mexiko. Wir flogen nach Texas, überquerten die Grenze – den Rio Bravo – zu Fuß und nahmen den Zug von Nuevo Laredo nach Mexico D.F. – bei uns bekannt als Mexiko City – eine 26 Stunden-Tour. Knapp zwei Monate später waren wir in Puerto Escondido.

Es war schon ein cooles Gefühl, oben an der staubigen Hauptstraße aus dem Bus zu steigen. Vor uns breitete sich der Ort bis runter an den Pazifik aus. Wir schulterten die Rucksäcke und machten uns auf den Weg, ein Zimmer zu finden. Obwohl der Ort voller Feriengäste war, fanden wir leicht eine Unterkunft – bei einem Maler, der dazu einfach ein Stück von seinem Atelier abgeteilt hatte. Danach durchstreiften wir den Ort, gingen schwimmen, aßen Pasta mit Camerones und tranken ein eiskaltes Sol. Und noch eins.

Auch wenn mir das verträumtere Puerto Angel aus dem wir kamen, besser gefiel, war es magisch hier zu sein. Nach drei Tagen hatten wir genug und machten wir uns auf den Weg in Richtung Acapulco. Was bleibt, ist das Glück, dass wir unsere Träume und vermeintlich verrückte Ideen in Wirklichkeit umwandeln können. Wir haben es in der Hand und es ist viel einfacher, als man gemeinhin glaubt. Das macht mich immer wieder stark.

Mexikanisches Essen ist aus meiner Küche gar nicht wegzudenken. Die mexikanische Küche wird vor allem durch Tortillas – meist aus Maismehl – geprägt. Ihr typischer Geruch begleitet einen in Mexiko vom Frühstück bis zum Abendessen. Und dann die vielen verschiedenen Sorten Chilis. Mexikanisches Essen ist nicht grundsätzlich scharf. Es gibt aber immer die Möglichkeit es zu schärfen. Auf dem Tisch steht praktisch immer eine Schale mit „Chiles in Escabeche“ (eingelegte Chilis mit Gemüse) und/oder ein Schälchen frische Salsa. Auch bekannt als „Pico de Gallo“ – Hahnenschnabel. Vielleicht wegen der Schärfe? Man löffelt sie auf Tacos, Burger, Eintöpfe und auch auf der Pizza macht sie sich gut.

Obwohl ich gar kein großer Fan von rohen Tomaten und Zwiebeln bin, esse ich die Pico de Gallo sehr gern. Sie ist so erfrischend und aromatisch und verpasst jedem Gericht einen tollen Aroma-Kick und eine Extraportion Vitamine. Ich mache sie das ganze Jahr über, denn sie braucht nicht unbedingt ganz reife Tomaten. Natürlich schmeckt sie toll mit duftigen, reifen Sommertomaten, aber generell sollten die Tomaten für die Salsa nicht zu weich sein.

Pico de Gallo

Frische mexikanische Tomatensalsa
Für 3-4 Personen, je nachdem, was sonst noch serviert wird, brauchst Du:
  •  6 feste Tomaten (Strauch oder Eiertomaten)
  • 1 kleine rote oder weiße Zwiebel
  • 2-3 TL Limettensaft
  • 1 ganz kleine Prise Rohrzucker
  • Meersalz
  • ca. ½ – 1 frische Jalapeño-Schote in rot oder grün – je nach gewünschter Schärfe
  • etwa 2-3 EL frisch gehacktes Koriandergrün
  • optional: grüner Tabasco zum Abschmecken
Und so wird’s gemacht:
  1. Die Tomaten hacken und die Kerne dabei weg tun. Soll die Salsa erst später gegessen werden, das Tomatenfleisch in ein Sieb geben und etwas abtropfen lassen. Wird sie bald gegessen, das gehackte Tomatenfleisch gleich in eine schöne Schale geben.
  2. Die Zwiebel abziehen und fein hacken. Die Chilischote ohne Kerne fein schneiden.
  3. Alles zu den Tomaten geben. Limettensaft, Rohrzucker und Salz zugeben und mischen. Die Salsa mit einer Gabel oder noch besser im Mörser leicht zerdrücken. Abschmecken. Kurz ziehen lassen und nochmals abschmecken.
  4. Wer mag, kann die Salsa auch im Mixer oder in der Küchenmaschine zubereiten. Sie soll aber stückig bleiben, passt daher auf, das ihr sie nicht zu stark püriert.

Die „Pico de Gallo“ soll leicht limettig, frisch und scharf schmecken – wie scharf, ist natürlich Geschmackssache.

So geht’s auch:
  • 3 gehackte Radieschen unter die Salsa mischen
  • Die Salsa schmeckt auch toll, wenn eine fruchtige Zutat, wie gehackte Ananas, Melone oder Mango untergemischt wird. Im Frühsommer gebe ich am liebsten Erdbeeren in die Salsa, etwas später dann schmeckt sie toll mit  Nektarinen. Zuletzt habe ich eine Version mit Kiwi ausprobiert – die war absolut köstlich.

Serviert eure „Pico de Gallo“ zusammen mit Guacamole und Tortilla-Chips oder Rohkost-Crackern, toppt Nachos, Tacos , Wedges, Reispfannen oder eine Portion Chili damit, löffelt sie auf Burger, Pizza oder mit Guacamole und Sour Cream in gebackene Süßkartoffeln.  Ich finde sie auch klasse auf einem Linseneintopf!   

„Albertico fährt schnell, rast durch die engen Gassen, frotzelt mit Blás und versucht, mich einzubeziehen. Er erzählt, das Blás aus der Baja California kommt, aber dass es eigentlich keinen Sinn hat, mir zu erklären, wie eine Wüste aussieht, die im Meer endet, wenn ich das noch nie gesehen habe.“ ~ Pino Cacucci – Puerto Escondido

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2 Kommentare

  • Reply Corinna 21. März 2016 at 19:11

    Was für eine schöne Reise…..und sehr schön geschrieben.
    Die Salsa wird sicher im Sommer öfter gemacht 😉

    • Reply Ulrike Bjerno 23. März 2016 at 14:53

      Danke 🙂 Ja, das ist eine tolle Alround-Salsa

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