Beilagen, Glutenfrei, Salate, Vegan

Spitzkohl-Slaw mit Hanfsamen und Algen

27. Juni 2016

Ich liebe alle Kohlarten und finde, wir sollten viel mehr davon essen. Deshalb ist das Logo meiner Firma auch ein Grünkohlblatt.  Auch wenn ich alle Kohlarten sehr gern mag und reichlich verwende, Spitzkohl ist mein liebster. Getoppt wird er nur noch vom zarten, grünen Sommerweißkohl. Der schmeckt noch etwas kräftiger ist aber im Großen und Ganzen dasselbe in rund. 

Ich verwende auch gern Algen in der Küche. Der Name meiner Firma „meergrün“ entstand eigentlich aus der Idee die Menschen zu motivieren, mehr Grün auf die Teller zu legen. Die Schreibweise mit zwei ee ist natürlich meiner Nähe zum Meer geschuldet. Aber auch Algen sind ja „Meergrün“. Nämlich Gemüse aus dem Meer. 

Algen sind für uns hier im Norden ein heimisches Gemüse. Ich habe nie verstanden, weshalb das nur den Japanern vorbehalten sein sollte. Sie sind ja nicht die einzigen mit Meer. Bei meinen Aufenthalten in Kalifornien fiel mir dann auf, dass die junge, kreative Küche dort auch gern „seaweed“ verwendet. Ich fand das toll und fragte mich wieder mal, weshalb wir das nicht tun.

Mittlerweile tun wir es. Zumindest immer öfter. Algen auf dem Teller sind angesagt und ich finde: Aus gutem Grund. Sie sind gesund, mineralstoffreich und geben Gerichten eine tolle, würzige Note. In der vegetarischen Küche ersetzen sie locker den Fisch, wenn es darum geht dem Essen „Meeresgeschmack“ zu verpassen. Aber auch wenn der nicht gefragt ist, sorgen Algen in kleinen Dosen für ein wunderbares, spezielles Aroma, das ich in vielen Gerichten liebe. Als Flocken über Salate, Gemüse und „Bowls“ gestreut, im Pesto, in Suppen oder in Soßen. Noriblätter lassen sich nicht nur für Sushi, sondern auch als gesunde, würzige Wraps verwenden.

Die bekanntesten Algen sind Nori, Wakame, Arame, Kombu und Kelp. Die klangvollen Namen verdanken sie natürlich der Kultur, die sie schon ewig zu schätzen weiß. Als Streifen oder Flocken – auch in Rohkostqualität erhältlich – gibt es sie heute in den meisten Biomärkten, vielen Supermärkten und natürlich Asia-Märkten. Es lohnt sich wirklich Algen in der Küche zu entdecken. Ein weiterer Grund, unsere Meere zu schonen und zu schützen.

Dieser leichte Spitzkohlsalat ist ein frischer, grüner „Cole Slaw“ im nordischen Stil. 

Anstatt mit reichlich Mayo wie ein klassischer Cole Slaw zubereitet (den ich auch sehr liebe, zugegeben), wird dieser hier mit einem zitronigen Mayo-Joghurt-Dressing angemacht. Ein herrlicher frischer und gesunder Frühsommersalat, für den ihr auch den schönen Sommerweißkohl verwenden könnt. Er schmeckt übrigens auch ohne Algen, die hier ohnehin nur sehr zurückhaltend zum Einsatz kommen. Wer ihren Geschmack liebt, kann gern mehr Flocken zufügen. Oder den Salat noch durch ein paar Streifen eingeweichte Wakame ergänzen. Die Hanfsamen sorgen für ein nussiges Aroma und extra Protein. Außerdem sind die klassischen nordischen Sommerkräuter Schnittlauch und Dill mit von der Partie.

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Spitzkohlsalat mit Hanfsamen und Algen

Zutaten für ca. 4 bis 6 Portionen als Beilage oder Teil eines Essens: 
  • 1 kleiner junger grüner Spitzkohl (oder ein kleiner, grüner Sommerweißkohl)
  • 1 kleine Biozitrone
  • 6 EL Sojajoghurt Natur (ich verwende meist Sojade)
  • 2 EL gute (vegane) Mayonnaise (ich verwende am liebsten die von EMIL)
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • 1 Töpfchen oder Bund Schnittlauch
  • 2 EL frisch gehackter Dill
  • 1/2 TL Algenflocken, bzw. Wakame oder Meeressalat (eine Mischung), z. B. diese hier  oder  diese
Und so wird’s gemacht:
  1. Den Spitzkohl evtl. von den äußeren weichen Blättern befreien und halbieren. Den Strunk heraus schneiden.
  2. Die Hälften nacheinander auf ein Brett legen und mit einem großen, scharfen Messer quer in ganz feine Streifen schneiden. Sollten die Streifen sehr lang sein (weil die Hälften eher breit waren) halbiert ihr das Ganze noch einmal von oben nach unten, so dass die Kohlstreifen nur noch halb so lang sind.
  3. Den Kohl in eine Schüssel geben.
  4. Die Zitrone auspressen und etwas Zitronensaft und eine Prise Meersalz auf den Kohl geben. Nun den Kohl mit den Händen kurz aber kräftig kneten um die Zellwände aufzubrechen und ihn weicher zu machen. Er soll aber noch grün und leicht knackig bleiben, daher nicht zu lange kneten.
  5. Die Mayo mit dem Joghurt kurz glattrühren. Kräftig mit Salz, Pfeffer und Zitronensaft abschmecken. Die Creme soll schön zitronig schmecken. Das Dressing jetzt mit dem Kohl gut vermischen. Er soll nicht in Dressing schwimmen, sondern nur gut angemacht sein. Den Salat lasst ihr nun – wenn möglich – 1/2 Stunde bis Stunde zugedeckt ziehen. Das muss aber nicht unbedingt sein.
  6. Dann schmeckt ihr den Salat noch einmal ab und türmt ihn auf einen schönen Teller oder eine Servierplatte. Zum Schluss schneidet ihr reichlich Schnittlauch darüber, bestreut ihn mit frisch gehacktem Dill, Hanfsamen und Algenflocken. Und mahlt Pfeffer drüber.
  7. Wer es zitronig liebt, kann den Salat noch mit 1 TL abgeriebene Zitronenschale bestreuen.

Ich liebe diesen leichten nordischen Salat und mache ihn ganz oft. Ich hoffe, ihr mögt ihn auch 🙂 

So geht’s auch:
  • Für eine asiatische Variante (die ich mir mittags gern mache) mischt ihr das Dressing mit 1 TL Misopaste oder 1 TL geröstetem Sesamöl. Den Kohl dann statt mit Hanfsamen mit schwarzen Sesamsamen bestreuen. Oder mit beidem.
  • Ihr könnt auch ganz auf die Mayo verzichten und den Kohl einfach mit etwas Zitronensaft verkneten und dann mit geröstetem Sesamöl und einem Spritzer Sojasauce abschmecken. Statt Dill passt dann Koriander, Kresse oder Shiso. Schnittlauch passt auch zur Asia-Variante gut.  

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