Glutenfrei, Hauptgerichte, Vegan

Süßkartoffel-Shepherds Pie

17. Dezember 2015

Der deftige Shepherds-Pie hat es vom britischen Pub-Klassiker auf die Esstische der ganzen Welt (na ja, zumindest eines großen Teils davon) geschafft. Obwohl so bodenständig, steht er als festliches Hauptgericht anstelle des Truthahns auf so manchem US-amerikanischen Thanksgiving-Table. Von dort kommt auch die schöne Idee, ihn statt mit Kartoffeln. mit Süßkartoffeln zuzubereiten. Ich mag beide Versionen. Aber diese hier noch ein bisschen lieber. Auf dem Foto seht ihr beide Versionen in einer Form. Wer keine Süßkartoffeln mag oder beide ausprobieren möchte, ersetzt das Süßkartoffelpüree einfach durch ganz normales Kartoffelpüree.

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Für alle, die noch keine Bekanntschaft mit dem Shepherds-Pie gemacht haben: Es handelt sich dabei um ein würziges Ragout aus Lammhackfleisch (die Pasteten-Füllung), das in einer Auflaufform mit Kartoffelpüree überbacken wird. Das Püree ersetzt dabei den Blätterteig, der so ein Ragout bei einem „Pot Pie“ bedecken würde. Die meisten vegetarischen Shepherds-Pie Rezepte basieren auf Linsen. Meins nicht. Nicht wirklich jedenfalls. Es enthält aber welche. Weil ich die Füllung mit Linsen einfach am besten finde. Aber weil Linsen auch sehr satt machen, habe ich sie mit reichlich Gemüse, wie Sellerie, Pilzen und Karotten ergänzt. Das passt so gut in die kalte Jahreszeit, finde ich. Überhaupt ist ein Shepherds Pie ein tolles Winteressen, das auch die meisten Kinder mögen. Unsere Em findet ihn jedenfalls richtig klasse. Vor allem das Püree.

Aber natürlich schmeckt der Shepherds Pie auch im Sommer. Der beglückt uns ja auch meist mit ausreichend kühlen und ungemütlichen Tagen, an denen so deftiges Essen genau das Richtige ist. In der sommerlichen Version ersetzt ihr das Wintergemüse dann einfach durch Sommersorten wie Auberginen, junge Karotten, Zucchini und Paprika.             

Süßkartoffel-Shepherds Pie

Für eine große flache Ofenform ( oder 4 – 8 Portionen, je nachdem was es sonst gibt) brauchst Du:
  • 400 g braune Champignons
  • 1 Stange Sellerie
  • 4 Karotten (gerne bunte)
  • 1 kleine Dose grüne (braune) Linsen
  • 1 TL gehackter Rosmarin
  • 4 Stiele Thymian
  • 2 Zwiebeln
  • 1 TL getrocknete italienische Kräuter oder Kräuter der Provence (oder eine Würzmischung für Lamm)
  • 200 ml dunkles Bier plus ca. 20 – 50 ml extra (je nach Bedarf)
  • 200 ml Gemüsebrühe
  • Meersalz und frisch gemahlener Pfeffer
  • 1 geh. EL Tomatenmark
  • 1 große Knoblauchzehe oder zwei normale
  • 2 EL Olivenöl plus 1 EL für die Form
  • 2 Süßkartoffeln und ca. vier normale Kartoffeln (von der Menge her aber nicht mehr normale als süße Kartoffeln, etwa halb und halb)
  • 1 Paket Hafersahne
  • 1 EL Olivenöl
Und so wird’s gemacht:
  1. Die Karotten mit dem Sparschäler schälen, kappen und in kleine Würfel schneiden.
  2. Die Pilze mit einem trockenen Tuch abreiben, die Stiele kappen oder heraus drehen (falls sie nicht ganz frisch sind) und die Pilze grob hacken.
  3. Den Knoblauch abziehen und zerdrücken.
  4. Die Zwiebeln abziehen und hacken.
  5. Rosmarinnadeln fein schneiden. Thymianblättchen abstreifen (in Gegenrichtung)
  6. 2 EL Olivenöl in einem größeren Topf erhitzen. Die Pilze im Öl unter stetigem Rühren ca. 2  bis 3 Minuten braten, bis sie ihre Flüssigkeit abgegeben haben und diese zum Teil wieder verdampft ist.
  7. Zwiebeln und Sellerie zugeben und unter Rühren weiter braten, bis die Zwiebeln weich werden.  Knoblauch, Rosmarin und Thymian zugeben und rühren, bis es duftet.
  8. Nun die Karotten zugeben und alles weiter etwa 1 bis 2 Minuten anrösten. Evtl. noch ein, zwei Löffel Olivenöl zufügen. Das Gemüse darf ruhig etwas Farbe bekommen.
  9. Jetzt ein Stückchen Topfboden frei machen und das Tomatenmark und die Kräuter darauf geben. Ganz kurz anrösten, dann unter die Gemüse rühren. Mit 200 ml Bier und 200 ml Brühe ablöschen (statt Brühe könnt ihr auch Wasser nehmen und die Brühe (Pulver oder Würfel) danach in das Ragout rühren). Kräutermischung, Salz und Pfeffer zugeben.
  10. Umrühren und auf ca. 6 herunter schalten. Wenn es gut kocht, noch etwas weiter herunter schalten, so dass es gleichmäßig vor sich hin köchelt. Den Deckel (leicht geöffnet) auflegen und mindestens 30 Minuten köcheln lassen, bis das Gemüse weich ist. Die Flüssigkeit soll einkochen, aber das Ragout soll nicht zu trocken werden. Ggf. etwas Bier (oder falls nicht vorhanden, Wasser) nachschütten und weiter köcheln lassen. Die Flüssigkeit sollte zu einem großen Teil verkocht sein.
  11. Die Linsen abspülen, unterrühren und das Ragout abschmecken.
  12. Für das Püree, während das Ragout kocht, die Kartoffeln schälen und in große Stücke schneiden. In kaltem Salzwasser aufsetzen und gut 5 Minuten kochen (erst aufkochen, dann herunter schalten und köcheln lassen). Währenddessen die Süßkartoffeln mit dem Sparschäler schälen und ebenfalls in Stücke schneiden. Zu den Kartoffeln geben und alles zusammen weich kochen. Abgießen und die Hafersahne zufügen. Mit dem Kartoffelstampfer zu einem glatten Püree zerstampfen und mit Salz abschmecken. Das Olivenöl unterrühren. 
  13. Eine flache Ofenform leicht ölen und das Ragout einfüllen. Das Püree gleichmäßig darauf verstreichen.
  14. Den Sheperds Pie 20 – 25 Minuten im Ofen backen.
  15. Am besten mit einem frischen Salat servieren. Guten Appetit 🙂 
So geht’s auch:
  • Statt Süßkartoffelpüree könnt ihr auch „normales“ Kartoffelpüree verwenden. Oder Süßkartoffeln pur. Ich habe beide Sorten gemischt, weil ich es so genau richtig fand.
  • Falls ihr statt Süßkartoffel- nur normales Kartoffelpüree verwendet, könnt ihr anstelle der Karotten auch geröstete Kürbiswürfel in die Füllung geben. Oder einfach eine bunte Wintergemüse-Füllung aus Karotten, Kürbis und Pastinaken oder Steckrüben machen.
  • Wusstet Ihr, dass Süßkartoffeln rund 26 mal soviel Vitamin E wie normale Kartoffeln enthalten? Außerdem strotzen sie im Gegensatz zu unserer „Hauskartoffel“ richtig vor Vitamin A, das u. a. unsere Augen schützt und stärkt.
  • Im Winter verwende ich besonders gern reichlich Thymian und Rosmarin. Ich liebe ihren Duft und das intensive mediterrane Aroma passt einfach genial zu Eintöpfen, Suppen und Ragouts. Außerdem sind sie robust und können mitgegart werden. Sie bestechen aber auch durch einen hohen ORAC-Wert. Der ORAC-Wert zeigt uns wie stark die Fähigkeit des jeweiligen Lebensmittels ist freie Radikale zu neutralisieren und somit unsere Zellen zu schützen.

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3 Kommentare

  • Reply Corinna 18. Dezember 2015 at 15:42

    Leckeres Rezept….schön praktisch ist auch, dass man es vorbereiten kann 🙂

    • Reply Ulrike Bjerno 18. Dezember 2015 at 16:32

      Ja, das stimmt. Und Reste schmecken am nächsten Tag auch noch lecker 🙂

  • Reply Britta 4. Januar 2016 at 9:10

    Wir alle lieben Shepherd’s Pie! Unsere Variante ist ein wenig anders, mit Tamari Sauce und Mais und Erbsen. Aber ich werde auf jeden Fall mal ein wenig experimentieren mit Deinem Rezept. Kann mich nur anschliessen… genau das Richtige für kalte Tage!

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