Glutenfrei, Hauptgerichte, Vegan

Köttbullar mit Joghurt-Püree und rohem Beerenkompott

28. November 2015

Nun rüstet sich auch der Herbst schon wieder zum Endspurt. Und eigentlich wollte ich dieses Rezept schon im Spätsommer posten. Aber egal – diese „Köttbullar“ sind das perfekte Comfort Food für kalte und ungemütliche Tage. Cremiges Kartoffelpüree mit frischer Joghurt-Note, würzige, knusprige Bällchen, sahnige Sauce und süße Beeren sind einfach eine unschlagbar gute Kombination. 

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Dank Ikea kennen wir alle die in Schweden so heiß geliebten Köttbullar. Im blau-gelben Möbelhaus gibt es jetzt ja auch eine vegane Variante, die ist zwar lecker, aber ganz anders als das Original. Was natürlich völlig in Ordnung ist. Aber falls ihr mal Lust auf (fast) richtige aber pflanzliche Köttbullar habt, probiert mal diese hier. Sie sind schnell gemacht und superlecker. Auch Kids mögen sie – die meisten jedenfalls 🙂 

Die traditionelle Kombi mit Preiselbeerkompott und Kartoffelpüree habe ich im Großen und Ganzen beibehalten, weil sie einfach so gut ist. Ich habe sie nur etwas grüner und leichter gemacht. Das Kartoffelpüree bekommt durch Joghurt und Schnittlauch eine tolle, frische Note und im Beerenkompott sind in der Roh-Version alle Vitamine und Enzyme erhalten. Aber natürlich schmecken auch Preiselbeeren aus dem Glas dazu. Solange niemand auf die Idee kommt, Kartoffelpüree aus der Tüte zu verwenden…

Die Sauce war ein spontanes Experiment.  Aus einer herbstlichen Hummus-Variante mit Pilzen wurde, verlängert mit etwas Gemüsebrühe und Hafersahne, eine „Rahmsauce“. Kann man machen. Muss man aber nicht. Da gebe ich euch hier lieber das Rezept für meine köstliche, immer funktionierende Standard-Rahm-Sauce. Die Bällchen schmecken am besten ganz frisch aus der Pfanne. Je kleiner sie sind, desto knuspriger werden sie.  

Köttbullar mit Joghurt-Püree und Beerenkompott

Für etwa 4 Portionen brauchst Du:
  • Ca. 50 g Maissemmelbrösel (alternativ Dinkel, dann nicht glutenfrei)
  • Ca. 50 g (glutenfreie) Haferflocken, gern die feine Sorte
  • 200 g fester Tofu
  • 1 Päckchen Hafersahne (250 ml)*
  • 1 Zwiebel
  • 1 TL Bratengewürz (ich habe „Himmel auf Erden“ von Herbaria verwendet).
  • 1 Prise Piment (kann auch wegfallen)
  • 1 Knoblauchzehe
  • Meersalz und Pfeffer aus der Mühle
  • Öl zum Braten
Und so wird’s gemacht:
  1. Die Zwiebel abziehen und ganz fein würfeln.
  2. Den Tofu mit einem sauberen Geschirrtuch oder zwei, drei Blättern Küchenrolle etwas auspressen und dann mit den Händen möglichst fein in eine Schüssel bröseln.
  3. Die Knoblauchzehe zerdrücken und mit Gewürzmischung, Piment, Paniermehl, Pfeffer und Salz, den Haferflocken und den Zwiebelwürfeln zum Tofu geben.
  4. Einige EL Hafersahne zugeben und die Mischung mit den Händen gut kneten. Ihr müsst wirklich kräftig zupacken, so dass sich alles gut verbindet. Ist die Masse dann noch zu trocken, noch etwas Sahne hineingeben. Aber Vorsicht, nur ein, zwei EL zur Zeit, sonst wird die Masse zu matschig und hält beim Braten nicht gut zusammen. Sollte euch doch zu viel Flüssigkeit in den Teig gerutscht sein, saugen ein paar extra Haferflocken sie wieder auf. Einfach untermischen, kurz stehen lassen und dann nochmals kneten.  
  5. Jetzt aus der Masse kleine Köttbullar (Bällchen) formen. Sie sollen auf keinen Fall zu groß werden, also aufpassen, dass sie beim Rollen nicht größer und größer werden, wie es mir gern mal passiert. Die Köttbullar sollten anfangs nicht zu sehr bewegt werden aber sie sollen natürlich auch nicht ankleben. Falls das passiert, vorsichtig lösen und ggf. etwas mehr Öl in die Pfanne geben. Sobald sie Farbe bekommen werden sie robuster und können dann wie normale Hackbällchen von allen Seiten schön braun gebraten werden.
  6. Falls ihr sie nicht sofort verspeist, könnt ihr sie im Ofen warm halten. Sollten sie länger dort stehen, deckt sie mit etwas Alufolie ab, damit sie nicht zu sehr austrocknen.
  7. Klassisch mit Kartoffelpüree, Preiselbeerkompott und Rahmsauce servieren. Yummie!

Und nicht vergessen: Köttbullar spricht man Schöttbullar 🙂              

Joghurt-Kartoffelpüree mit Schnittlauch

Für etwa 4 Personen brauchst Du:
  • 8 mittelgroße Kartoffeln.
  •  ca. 150 ml Hafersahne (vom Köttbullarteig, evtl. einen Schuss für die Sauce übrig lassen)* 
  • 100 g Sojajoghurt
  • 1 Spritzer frischer Zitronensaft
  • Ca 1 TL Meersalz 
  • 1 kleines Bund Schnittlauch (oder ein paar Stiele, wenn ihr nicht so viel mögt)
Und so wird’s gemacht:
  1. Die Kartoffeln mit einem Sparschäler schälen und in heißem Salzwasser gar kochen.
  2. Das Wasser abgießen und die Kartoffeln zurück in den Topf geben. Die Hafersahne zugeben und die Kartoffeln mit einem Kartoffelstampfer zu einem Püree zerstampfen.
  3. Dann den Joghurt unterrühren und das Püree mit Salz und Pfeffer abschmecken. Reichlich mit Schnittlauch bestreuen.
  4. Zu den Köttbullar servieren.                    

Roh gerührtes Preiselbeerkompott

Für einen kleinen Vorrat – die Beeren halten sich gut verschlossen wochenlang im Kühlschrank – brauchst Du:
  • 500 g Preiselbeeren
  • 100 g Rohrzucker, alternativ Ahornsirup
Und so wird’s gemacht:
  1. Beides in der Küchenmaschine verarbeiten – es dürfen ruhig noch einige Beeren ganz bleiben.
  2. In heiß ausgespülte Gläser füllen und gut verschließen.

Vegane Rahmsauce

Für vier bis sechs Personen brauchst Du:
  • 3 EL gutes Pflanzenöl (alternativ gut 1 EL Alsan bio oder eine andere gute Margarine)
  • 1 große Zwiebel
  • 6 EL Hefeflocken
  • 70 g Mehl, z. B. Reismehl, Quinoamehl oder helles Dinkelmehl (dann nicht glutenfrei) 
  • 500 ml Wasser
  • 2 EL Sojasauce (Tamari)
  • knapp 1 TL getrockneter Thymian
  • 1/2 TL Knoblauchpulver oder Granulat
  • Meersalz und frisch gemahlener Pfeffer
  • 1 guter Schuss Hafersahne* 
Und so wird’s gemacht:
  1. Die Zwiebel hacken.
  2. Einen Schneebesen bereit legen. Die Flüssigkeit bereit stellen.
  3. In einem nicht zu großen Topf das Öl erhitzen oder die Alsan schmelzen lassen und die Zwiebel bei mittlerer Hitze darin sautieren, bis sie weich und glasig ist. Sie soll aber keine Farbe bekommen.
  4. Jetzt das Mehl und die Hefeflocken einrühren. Dann unter Rühren das Wasser zugeben. Mit dem Schneebesen dabei kräftig rühren. Wenn alles Wasser im Topf ist, Sojasauce, Thymian, Knoblauch, Salz und Pfeffer zugeben und dabei konstant weiter rühren. Die Sauce dann etwas köcheln und eindicken lassen.
  5. Die Hafersahne unterrühren.
  6. Zum Schluss die Sauce abschmecken und glatt pürieren.
So geht’s auch:
  • Mit etwas Cognac und grünem Pfeffer könnt ihr auch eine Pfeffer-Sauce daraus machen.
  • Margarine kommt in unserer Küche praktisch nicht vor, eine Mehlschwitze klappt damit allerdings besonders gut. Und wir essen so eine Sauce wirklich sehr selten. Eine neue, gesündere Version ist in Arbeit.

*Ich verwende gern Hafersahne, weil der Hafer eine nordische Pflanze ist. Hafersahne ist allerdings nicht garantiert glutenfrei, weil sie oft auf derselben Produktionsstraße verarbeitet wird. Wer auf Nummer sicher gehen möchte oder Zölliakie hat, verwendet Sojasahne, Reissahne oder als glutenfrei gekennzeichnete Hafersahne. Außerdem enthalten viele Sorten Palmöl, auf das immer mehr Menschen verzichten, weil es ökologisch bedenklich ist. Wer eine garantiert natürliche, Gluten- und Palmöl-freie Sahne verwenden möchte, kann selbstgemachte Cashewsahne verwenden. Ich mache das auch oft. Es geht ganz einfach:

Selbstgemachte Cashewsahne

150 g Cashews mit ca. 600 ml Wasser – je nach gewünschter Cremigkeit pürieren. Mit einer Prise Meersalz würzen.

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