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Apfel-Chutney

15. Oktober 2016

Jetzt ist die Zeit in der unsere Vorfahren tonnenweise Obst und Gemüse eingekocht haben. Auch heute macht das noch Spaß und Sinn, auch wenn wir das Ganze vielleicht eine Nummer kleiner angehen. Außer meine Tante, die ist definitiv die Einmach-Queen unserer Sippe. Unzählige Gläser Marmelade, Holundersaft- und Sirup, Fruchtwein, Likör – you name it. Aus Birnen, Erdbeeren, Kräutern, Löwenzahn, Ebereschen, Hagebutten, Kirschen und aus allem, was ihr Garten sonst noch so hergab. Leider hat sie ihn im letzten Jahr aufgegeben, so das diese Quelle nun versiegt ist. Bleibt die tolle Hagebuttenkonfitüre meiner Schwester. Die auch einen leckeren Basilikum-Zitronen-Grappa ansetzt. Obwohl sie den schon ziemlich lange nicht mehr gemacht hat…

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Und ich? Na ja, ein bisschen mache ich schon. Zum Beispiel einen wirklich leckeren Erdbeer-Schnaps. Im Juni natürlich. Und bis in den August hat er es noch nie geschafft. Und im Spätsommer, bzw. im Herbst ist Zeit für Chutney. Wir essen wenig Marmelade, so dass es sich einfach nicht lohnt selbst welche zu machen. Aber Chutney, das geht immer. In diesem Jahr habe ich Erdbeer-Pfeffer-Chutney (auch schon im Juni übrigens) und – jetzt im Herbst – unzählige Gläser Apfel-Chutney gekocht. Denn wir haben einen wunderschönen Apfelbaum im Garten, randvoll mit leckeren Äpfeln. Zurzeit muss ich praktisch jeden Tag raus und ernten, bzw. das Fallobst sortieren. Sonst isst Malou es und weckt uns dann nachts mit Bauchgrummeln. Einen Teil lege ich aber in die Schubkarre, denn von Wespe bis Schmetterling scheint es allen zu schmecken.

Natürlich essen wir auch das viele Chutney nicht allein. Familie, Nachbarn, Freunde und wer sich sonst nicht schnell genug in Sicherheit bringt, wird bedacht. Obwohl, ich glaube, die meisten freuen sich wirklich über Geschenke aus der eigenen Küche. Und das Apfelchutney ist richtig lecker. Schmeckt schon ein wenig winterlich oder gar weihnachtlich, aber gleichzeitig auch so richtig schön spätsommerlich nach reifen Äpfeln. Früher mochte ich es am liebsten zu Ziegenkäse. Heute, wo ich mich bevorzugt der pflanzlichen Küche verschrieben habe, schmeckt ein Klecks davon auch fantastisch  auf Cashew-Käse. Ich rühre damit auch gern ein Dressing für einen herbstlichen Salat, wie Grünkohl- oder Eichblatt-Salat.

Apfel-Chutney

Für zwei bis drei mittelgroße Schraubgläser braucht ihr:
  • 8 (mittelgroße) Äpfel
  • 1 große Zwiebel (ich mag am liebsten eine weiße oder Gemüsezwiebel in diesem Rezept)
  • 2 TL Senfkörner
  • 1 TL Sesamöl (oder Erdnussöl)
  • 1 Espressotasse Sultaninen (lasst sie weg, falls ihr sie nicht leiden könnt)
  • 1 Zweig Thymian oder 1/4 TL getrockneter Thymian
  • 130 ml Apfelessig
  • 1 1/2 Espressotassen Rohrzucker (gern Rohrohrzucker, alternativ Kokosblüten- oder Dattelzucker)
  • 1 TL Apfelkuchen- oder Apfelpunschgewürz (ich habe im letzten Jahr das „Ginger & Bread“ Gewürz von Herbaria und in diesem Jahr das Apfelkuchengewürz von Ankerkraut verwendet. Auch chinesisches 5-Gewürz-Pulver würzt das Chutney sehr schön. Hier nehme ich das von Herbaria, das auch Vanille enthält und daher kein 5- sondern ein 6-Gewürzpulver ist.) 
  • 1 Sternanis und 1 Nelke (optional, wenn ihr eine o. g. Gewürzmischung verwendet, aber nur dann)
  • knapp 1 cm Ingwer
  • 1 Knoblauchzehe
  • nach Geschmack auch 1/2 grüne Chilischote
  • 1 kräftige Prise Meersalz (ich nehme am liebsten Maldon Meersalzflocken)
  • 2 Pfefferkörner (schwarz, alternativ geht auch Szechuanpfeffer)
  • 1 EL Zitronensaft
Und so wird’s gemacht:
  1. Zuerst wascht und putzt ihr eure Äpfel und schneidet sie in kleine Stücke. Für ein Chutney schäle sich ich die Äpfel dünn, die Schale kann aber auch dranbleiben. Nur unschöne Stellen solltet ihr entfernen.
  2. Den Ingwer und Knoblauch schälen und beides ganz fein hacken. Die Zwiebel abziehen und fein hacken. Falls ihr Chili verwendet, ebenfalls ganz fein hacken. Vom Thymianzweig die Blättchen abstreifen (von unten nach oben).
  3. Die Pfefferkörner drückt ihr leicht an, das geht am besten mit dem Stößel eines Mörsers.
  4. Jetzt stellt ihr einen mittelgroßen Topf auf den Herd und schaltet die Platte auf volle Hitze. Wenn sie heiß ist, runterschalten (auf 6 – 7) und die Senfkörner hineingeben. Kurz rösten bis sie duften und platzen. Herausnehmen und beiseite stellen.
  5. Nun gebt das Öl in den Topf und fügt dann die Zwiebel (sowie ggf. Chili) zu. Unter rühren alles ca. 1 – 2 Minuten leicht anbraten. 
  6. Jetzt kommt der Thymian, sowie der fein gehackte Ingwer und Knoblauch in den Topf und wird mitgedünstet, bis es gut duftet.
  7. Dann gebt ihr die Apfelstückchen dazu, schaltet noch einmal etwas herunter und rührt alles gut um. Auch die Äpfel jetzt noch einmal 5 Minuten schmurgeln.
  8. Jetzt kommen die Senfkörner wieder in den Topf, dazu die Pfefferkörner, Sultaninen, der Rohrzucker, das Meersalz, die weiteren Gewürze und der Apfelessig. Alles umrühren.
  9. Wenn alles köchelt schaltet ihr auf Stufe 2 herunter und legt den Deckel auf. Dabei evtl. einen Spalt offen lassen, damit der Dampf besser entweichen kann.
  10. Nun das Chutney auf kleiner Flamme 30 Minuten köcheln lassen. Zum Schluss mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.
  11. Saubere Gläser bereit stellen und das Chutney kochend heiß einfüllen. Die Gläser gut verschließen und auf den Kopf drehen. Das Chutney so abkühlen lassen.
  12. Selbst essen und verschenken! Es hält sich einige Monate, ihr habt also lange gut davon. Ich verwende daher lieber kleinere Gläser, so dass ich immer nur kleine Mengen öffnen und verbrauchen muss.
So geht’s auch:
  • Das Chutney hat einen leichten Apfelkuchen-Touch. Wer den nicht mag, verzichtet auf die Gewürzmischung (abgesehen von der Chinese 5-Spice, die macht es nicht kuchenartig) und kocht das Chutney dann mit Nelke und Sternanis.
  • So ein Chutney vereint problemlos indische und chinesische Aromen. Ihr könnt es aber auch indisch oder chinesisch pur halten. Lasst für eine chinesische Version die Senfkörner und Nelken weg und verwendet Szechuan-Pfeffer. Für richtig indischen Geschmack lasst ihr die Sternanis weg und entscheidet euch in diesem Fall natürlich auch nicht für die chinesische Gewürzmischung. Wer mag, kann die indische Version noch mit etwas Garam Masala abschmecken.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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