Brunch, Vegan

Dänischer Dill- und Curry-Sild

4. April 2015

Wer sich in der dänischen Küche etwas auskennt, weiß, dass mit Sild – also Hering – nicht zu spaßen ist. Besser gesagt mit dem Verzicht darauf. Sild gehört zu Weihnachten und Ostern auf den Tisch und im Sommer sowieso. Mit dem Tisch ist das „Frokost-Bord“, also der Mittagstisch gemeint. Der ist zu größeren Anlässen meist eine Kombination aus kalt und warm – und der Hering, der „Sild“ ist der Auftakt. Man isst ihn traditionell auf Roggenbrot. „Frokost“, also Mittag oder Lunch ist in Dänemark eine wichtige Angelegenheit und man trifft sich dazu auch gern im Café. Während es zu Weihnachten und Ostern meist noch sehr traditionell zugeht, ist „Frokost“ im Alltag mit tollen Salaten und kreativ belegten Broten heute meist bunt und frisch. Toll auch Smushi – ein Mix aus Smörrebröd und Sushi. Aber dazu mehr an anderer Stelle.

 Sild

Die Standardversionen in Dänemark sind weißer Sild, roter Sild und Karrysild (also Sild mit Currysauce). Die beiden ersten haben keine Saucen und werden daher getoppt, z. B. mit Eier- oder Currysalat. Ja, Curry ist in Dänemark sehr beliebt 😉 Dazu kommen unzählige weitere Sorten – wie Sherry-Sild, Dill-Sild, Senf-Sild, Bloody Mary Sild…mit Sild geht ganz viel. Wobei die Schweden da mindestens ebenso kreativ sind.

Dieser „Sild“ besteht aus Aubergine. Das die einen guten Fischersatz abgibt, hat sich mittlerweile schon herum gesprochen. Als ich diese Rezepte das erste Mal in meinen Kochkursen, z. B. der skandinavischen Sommerküche oder den veganen Basics gemacht habe, konnten sie den einen oder anderen aber durchaus noch erstaunen – und meist auch begeistern.

Ihr könnt den „Sild“ auf Brot essen, zu Pell- oder Bratkartoffeln, auf Kartoffelpuffern oder irgendetwas Tolles, Kreatives damit anstellen.

Dill-Sild

Zutaten für 6-8 kleine Portionen:
  • 1 Aubergine
  • 1 gute Handvoll frischer Dill
  • 1/8 von einer kleinen Zwiebel (optional)
  • 4 EL Sojajoghurt
  • 2 EL vegane saure Sahne (z. B. Soyananda Sour Cream)
  • 2 TL Weißweinessig
  • Salz und frisch gemahlener Pfeffer
  • ½ TL Kelp Pulver (Algen, siehe Tipp unten) oder Algenflocken
  • Evtl. 1-2 TL Gurkensud von Gewürzgurken
  • Schwarzbrot und frisch gehackter Dill zum Servieren
  • 1 l Wasser mit 1 EL Essig zum Kochen
Und so wird’s gemacht:
  1. Die Aubergine in längliche Stücke schneiden – sie dürfen ruhig ein wenig variieren. Den Kernstrang dabei aussparen. Die Schale dünn abschneiden.
  2. Wasser mit Essig in einem Topf aufkochen und die Auberginenstücke etwa 4 Minuten kochen. Sie sollen weich, aber nicht matschig werden. In ein Sieb abgießen, kalt abspülen und zum abkühlen auf Küchenpapier legen.
  3. Für die Sauce den Dill fein hacken, grobe Stiele dabei nicht mit verwenden. Die Zwiebel ebenfalls fein hacken, sofern verwendet. Sojajoghurt mit saurer Sahne und Essig verrühren und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Den Dill unterrühren, dabei etwas für die Garnitur beiseitelegen. Die Sauce ggf. noch etwas mit Salz, Pfeffer, Essig und evtl. einer Prise Zucker oder Gurkensud abrunden.
  4. Die abgekühlten Auberginenstücke wenn nötig etwas ausdrücken, unterheben und den „Sild“ bis zum Servieren gern etwas ziehen lassen.

Curry-Sild

Zutaten für 6 – 8 kleine Portionen:
  • 1 Aubergine
  • ½ kleine rote Zwiebel
  • ½ kleiner säuerlicher Apfel
  • 2 EL vegane saure Sahne (z. B. Soyananda Sour Cream)
  • 4 EL Sojajoghurt
  • 2 TL Weißweinessig
  • 2 TL Curry
  • Knapp 1 TL Senf
  • ½ TL Kelp Pulver (Algen, siehe Tipp unten) oder Algenflocken
  • Frisch gemahlener Pfeffer und Salz
  • Paprikapulver zum Garnieren
  • Schwarzbrot zum Servieren
  • 1 l Wasser mit 1 EL Essig zum Kochen
Und so wird’s gemacht:
  1. Die Aubergine in längliche Stücke schneiden – sie dürfen ruhig ein wenig variieren. Falls der Kernstrang sehr grob ist, könnt ihr ihn dabei aussparen. Die Schale dünn abschneiden.
  2. Wasser mit Essig in einem Topf aufkochen und die Auberginenstücke etwa 4 Minuten kochen. Sie sollen weich, aber nicht matschig werden. In ein Sieb abgießen, kalt abspülen und zum abkühlen auf Küchenpapier oder ein sauberes Küchenhandtuch legen.
  3. Für die Sauce die Zwiebel abziehen und fein hacken. Den Apfel schälen und fein schneiden. Joghurt, Essig, saure Sahne, Curry und Senf verrühren und die Creme mit Salz und Pfeffer und ggf. Currypulver abschmecken. Evtl. etwas mehr säuern, dabei aber vorsichtig vorgehen. Zucker zum Abschmecken ist bei der Verwendung von Sojajoghurt normalerweise nicht nötig, da er schon eine leichte Süße mitbringt – die durch den Essig abgerundet wird – fehlt der Sauce aber das bestimmte „Etwas“ kann man eine kleine Prise Zucker zufügen.
  4. Die abgekühlten Auberginenstücke evtl. leicht ausdrücken, unterheben und bis zum Essen gern etwas ziehen lassen.
  5. Vor dem Essen mit Paprikapulver garnieren.

Beide Sorten Sild entweder stilecht auf Roggenbrot häufen oder mit Pell- oder Bratkartoffeln servieren. Der Dill-Sild ist auch eine tolle Füllung für eine Ofenkartoffel.

Kelp sind Braunalgen. Sie haben einen angenehmen Meeresgeschmack und passen daher in viele Gerichte, die ursprünglich Fisch enthalten, aber ohne gemacht werden sollen. Man kann sie als Pulver im Internet bestellen. Alternativ könnt ihr auch gut Algenflocken verwenden. Sie sind meist eine Mischung aus verschiedenen Algen und sehr aromatisch. Es gibt sie im Biomarkt oder im Internet.

 

 

 

 

 

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