Brot & Co, Glutenfrei, Vegan

„Low Carb“ Klattboller

10. April 2015

Klattboller sind in Dänemark sehr beliebt und in meiner Familie sind alle ganz verrückt danach. Sie heißen so, weil man den Teig mit dem Löffel auf das Backblech setzt, ohne das die Hände zum Einsatz kommen. Während die klassische Version meist abends angerührt wird, dann über Nacht im Kühlschrank geht und morgens frisch gebacken wird, ist diese glutenfreie Version hefefrei und kann praktisch sofort gebacken werden.

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Es gibt ja mittlerweile zahllose Rezepte für diese Art von Brot, also glutenfreies Brot ohne oder mit wenig Mehl und Stärke aber dafür mit umso mehr Protein. Angefangen hat wohl alles mit dem großartigen „Life Changing Loaf of Bread“ von Sarah Britton von www.mynewroots.org. Zumindest wurde es dadurch bekannt. Da sie in Dänemark lebt, hat vielleicht das dort sehr beliebte „Stenalderbröd“, das Steinzeitbrot, das ganz ohne Mehl oder Flocken, dafür aber mit Nüssen und Eiern gebacken wird, sie inspiriert.

Ich selbst esse seit Anfang des Jahres glutenfrei und bin immer auf der Suche nach leckeren und gesunden Rezepten mit denen ich experimentieren kann. Die Basis zu diesem hier war das „Superfood-Bread“ von Ella Woodward. Anstelle von Brötchen könnt ihr natürlich auch Brot daraus backen. Oder Baguette. Im Grunde sind keine Grenzen gesetzt. Es gelingt immer und natürlich sind die Zutaten austauschbar.

Die Brötchen müssen nach dem Backen etwas abkühlen, ihr könnt sie also nicht frisch aus dem Ofen genießen. Sie können aber nach dem Abkühlen wieder etwas aufgebacken werden. Wichtig ist, dass sie einmal richtig stabil werden. Sie schmecken wunderbar – und typisch dänisch – mit dunklen Schokoscheiben fürs Brot. Wer nicht vegan isst, streicht salzige Butter drunter. Wer vegan isst, nimmt Alsan. Auch toll auf den „Bollern“: Frische Chia-Marmelade.

Dänische „Low Carb“ Klattboller

Zutaten für viele Brötchen, ein größeres Brot oder zwei lange Baguettes
  • 200 g Sonnenblumenkerne
  • 150 g Kürbiskerne
  • 200 g Mandeln, ungeschält
  • 200 g Buchweizenmehl (am besten gekeimt, aber normales geht natürlich auch) oder Vollkornreismehl
  • 3 EL Flohsamenschalen, als Pulver
  • 2 EL Chiasamen
  • 2 EL italienische Kräuter oder eine andere Kräutermischung oder Kräuter-Gewürzmischung.
  • 1 TL Brotgewürz (optional)
  • Meersalz und frisch gemahlenen Pfeffer
  • 700 ml Wasser (Zimmertemperatur, also weder besonders kalt noch warm)
Bereit stellen
  • Eine große Rührschüssel
  • Eine Küchenwaage
  • Ein Backblech mit Backpapier
  • Ein Litermaß
  • Eine Küchenmaschine zum Zerkleinern
So wird’s gemacht:
  • Den Backofen auf 180° Grad Umluft vorheizen. Ein Backblech mit Backpapier auslegen.
  • Je 100 g Kürbiskerne und Sonnenblumenkerne abmessen und mit den Mandeln in eine Küchenmaschine geben. Zu einem nicht zu feinen Mehl vermahlen.
  • Die Mehlmischung in eine große Rührschüssel geben.
  • Chiasamen, Flohsamenschalen, die restlichen Kürbis- und Sonnenblumenkerne, das Buchweizenmehl und die Gewürze zugeben und gut verrühren.
  • Das Wasser nach und nach zugießen, dabei ab und zu etwas umrühren. Dann alles gut vermischen – das geht am besten mit den Händen. Ringe abziehen nicht vergessen 😉 .
  • Die Schüssel für 20 Minuten beiseite stellen. Nach den 20 Minuten noch einmal kneten, evtl. noch etwas Wasser zufügen. Der Teig soll recht fest und klebrig sein, weder zur trocken, noch zu flüssig. Er soll auf dem Blech ja auch seine Form halten.
  • Nun die Hände etwas anfeuchten (oder ölen) und den Teig in Portionen auf das Blech geben und (kleinere) Brötchen formen.
  • Natürlich könnt ihr auch anderes Gebäck aus dem Teig machen. Ich mache z. B. gern Baguette-Brötchen, weil man die hinterher längs halbieren aber auch in Scheiben schneiden kann. Wenn ihr ein ganzes Brot draus formt passt auf, dass es nicht höher als 7 cm wird, sonst wird es innen nicht gut gar.
  • Die Brötchen oder das Brot mit etwas Wasser bestreichen und 40 – 45 Minuten backen. Zum Ende der Backzeit mit dem Finger auf die Oberfläche drücken – es soll noch leicht nachgeben, dann ist es gut.
  • Heraus nehmen und abkühlen lassen. Falls die Brötchen doch noch zu weich erscheinen, kannst Du sie noch 10 Minuten im warmen (abgeschalteten) Ofen bei leicht geöffneter Tür nachtrocknen lassen.
So geht’s auch:
  • Zusätzlich eine geriebene Karotte oder geraspelte Zucchini in den Teig geben.
  • Den Teig anders würzen, z. B. mit Röstzwiebeln, Oliven oder getrockneten Tomaten.
  • Statt der Kürbis- und Sonnenblumenkerne eine Kern-Mischung für Salat verwenden.
  • Die frisch gemahlenen Mandeln können durch Mandelmehl ersetzt werden. Dann noch 2 EL Olivenöl zufügen.
  • Die Oberfläche mit Kürbiskernen oder Sesam bestreuen.
  • Einen Teil des Mehls durch ganze Nüsse, Mandeln und/oder Kerne ersetzen – wie bei den Brötchen oben auf dem Bild. Die sind aus einer selbst gemixtem Paleo-Brot-Backmischung gemacht. Für etwa 650 g davon mischt ihr einfach je 100 g Sonnenblumenkerne, Sesam, Leinsamen, Mandeln und Kürbiskerne und Nüsse plus je 3 EL Chiasamen und Flohsamenschalenpulver. Mehr dazu findet ihr hier Low Carb Brot mit Karotten

 Viel Spaß beim Backen!

 

 

 

 

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