meerLeben

Von Westwind, grauen Wolken und hellen Nächten

10. August 2016

Oha. Der Sommer im Norden, da müssen wir den Tatsachen wohl ins Auge sehen, ist in diesem Jahr eine ziemlich kalte und nasse Angelegenheit. Westwind ist angesagt und eine dunkle Wolkenfront schiebt die nächste übers Land.

Ich bin ja ein richtiges Sommerkind und wünsche mir am liebsten wochenlange Ostwindsommer, mit weicher, warmer Luft und der Lust schon morgens in Meer zu springen um mich abzukühlen. Sofern ich mich ab und zu abkühlen kann, macht mir auch das Schwitzen nichts aus. Nun leben wir ja nicht in Spanien und können weder Frühling ab Februar noch monatelang Temperaturen über 30 Grad erwarten. Aber so richtig Sommer? Wie die in unserer Kindheit? In denen es in unseren Sommerferien auf dem Campingplatz in Dänemark ganz normal war, täglich an den Strand zu gehen? Das Wasser abends glatt war wie ein Spiegel, wenn wir uns zum Wasserskilaufen trafen? Und wenn mal Westwind war, eben in den Wellen tobten?

In diesem Sommer bin ich mittlerweile über jedes blaue Loch am Himmel glücklich. Westwind? Matschige Waldwege? Kaltes Meer? Egal. Hauptsache man kann mal ein Kleid anziehen. Sandalen tragen ohne das einem die Zehen abfrieren. Oder wenigstens die Regenjacke abwerfen. Allerdings sollte man Boots, Schirm und Regenjacke nie zuhause vergessen. Zumindest nicht, wenn man länger als 10 Minuten unterwegs sein möchte. Am besten man hat immer einen Rucksack dabei, der von Badezeug bis Schal alles beherbergt, was man im Laufe des Tages so brauchen kann. 

Die Menschen gewöhnen sich ja schnell. Das hat die Natur wohl so eingerichtet – zu unserem eigenen Besten. Aber ich will mich an diese kalten, nassen Sommer in unserem schönen Norden gar nicht gewöhnen. Obwohl es natürlich hinsichtlich meines Seelenfriedens die bessere Wahl wäre. Ich weiß. Doch ich kann nicht aus meiner Haut. Am wohlsten fühle ich mich in Kleid und Flip Flops und möchte so wenigstens ein paar Wochen im Jahr herumlaufen dürfen. Ich liebe unsere Sommerlebenskultur so sehr. Jeder schöne – echte – Sommermoment – bleibt mir auf ewig im Gedächtnis. Aus den warmen, milden Tagen schöpfe die Kraft mich von Herzen an Herbst und Winter freuen zu können. So ist das mit den Menschen. Tieren, Pflanzen. Wir sind eben alle verschieden. 

Die schönsten Sommertage hatten wir hier im Norden vor dem offiziellen Sommeranfang am 21. Juni. Gut 10 Tage am Stück wurden wir von einem stabilen Hoch verwöhnt, während die Menschen in Süddeutschland unter Wassermassen von oben leiden mussten. Am 13. Juni, dem Tag an dem unser neues Hundekind Malou bei uns einzog, schlossen wir uns dann an. Der Tag war nass, bitterkalt und stürmisch. Von da an blieb es durchwachsen, aber es gab noch immer schöne, sommerliche Momente. Der Sankt Hans Abend – die Sommersonnenwende, die wir hier in Dänemark mit einem Lagerfeuer und einer symbolischen Hexenverbrennung feiern – startete mit einem Schauer, wandelte sich dann aber in einen fantastischen Sommerabend, an dem wir bis spät abends draußen unter einem orange-rosa Himmel sitzen konnten.

Wie ich diese hellen Nächte liebe. Für mich die schönste Zeit des Jahres. Der ganze Sommer liegt dann vor uns und alles hat noch diesen Zauber des Anfangs. Diese Zeit muss einfach sonnig und mild sein, finde ich. Man muss den hellen Nachthimmel  sehen können, abends noch zum Strand gehen können und sich mit einem Glas Wein auf den Steg setzen oder eine Runde schwimmen und schon am frühen Morgen von der Sonne geweckt werden. Das macht mich so glücklich und ich habe das Gefühl nirgendwo kann es schöner sein, als hier bei uns im Norden.

Leider ging es von da an wettertechnisch nur noch bergab und am Siebenschläfertag stellte der Sommer 2016 dann offiziell sein Programm für dieses Jahr vor: Kalt, grau, Wind und Regen. Nun sind wir in der siebten Woche nach Siebenschläfer und da die selbst durch Meteorologen als zuverlässig eingestufte Bauernregel bis dato wieder mal ihre Richtigkeit bewiesen hat, hoffen wir nun alle auf einen schönen Spätsommer. Wir werden sehen. Und letztlich – wenn ich mir dann später meine Fotos von diesem Jahr so ansehe – war der Sommer doch eigentlich immer wunderbar. Denn erinnern tun wir uns doch vor allem an die schönen Momente.

P.S. In den letzten zwei Wochen waren wir mit unserem T 5 California quer durch DK unterwegs, haben Wind und Wetter getrotzt und auch viel tolles Sommerleben und herrliche Sonnenuntergänge genossen. In den kommenden Wochen, machen wir uns nochmal auf – vielleicht nach Skagen, vielleicht nach Schweden – wenn möglich, der Sonne hinterher. Mehr über unsere Tour durch Dänemark und über unser neues Familienmitglied erzähle ich euch in meinem nächsten Beitrag.

Genießt den Sommer 😎 

 

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